Winterkontrolle mit FLIR ONE Wärmebildkamera
Das Wetter ist kalt, es liegt Schnee und wir sind heute an unserem Bienenstand und möchten von Aussen überprüfen ob unsere Bienenvölker noch unter uns sind oder ob wir bereits Winterverluste in Kauf nehmen müssen. Diese Winterkontrolle möchten wir versuchsweise mit der von einiger Zeit zugelegten FLIR ONE Wärmebildkamera durchführen.
FLIR ONE
Dieses Gadget haben wir uns vor einiger Zeit zugelegt. Es handelt sich um die FLIR ONE, welche direkt am USB-Anschluss des Mobiltelefons angeschlossen werden kann. Die FLIR ONE ist ein Wärmebildkameraufsatz für das Smartphone wo mittels dazugehöriger App das Wärmebild betrachtet und angepasst werden kann. Die Funktionen umfassen das Anpassen der einzelnen Modi bis hin zur Möglichkeit, dass die Bilder und Videos gespeichert werden können. So sind auch die unten im Beitrag ersichtlichen Bilder und Videos entstanden.
Wir haben zum Kaufdatum das Android Modell gewählt. Dieses verrichtet seinen Dienst bis heute auch problemlos. Zum Zeitpunkt wo dieser Beitrag geschrieben worden ist, gibt es natürlich bereits Nachfolgemodelle 🙂
Winterkontrolle
Normalerweise kontrollieren wir unsere Bienenvölker in den Wintermonaten nicht aktiv nach einen bestimmten Plan. Sichtkontrolle von Aussen (z.B. verstopfte Fluglöcher von Schnee oder Bienentotenfall) oder die Bodenschieberkontrolle nach der Oxalsäure Winterbehandlung (Verdampfung) reichen uns für eine grobe Einschätzung. Wir sind der Meinung: In den Wintermontaten möglichst wenig an den Bienenvölker herumwerkeln – Dies ist schlussendlich für den Imker und die Bienen besser. Mit diesem Grundsatz sind wir in den letzten Jahren immer sehr gut gefahren.
Versucheweise haben wir nun an einem kalten Wochentag im Dezember die Bienenvölker mit der Wärmebildkamera festgehalten. Besser gesagt können wir mit diese Technik von Aussen sehen, wo sich die Bienentraube in der Beute aufhält. Bei unseren Bienenvölkern befindet sich die Wintertraube im vorderen Bereich der Dadantbeute. Der Standort der Bienetraube stimmt somit auch mit dem Befallsbild der Bodenschieber überein, welche wir einige Tage zuvor entnommen haben.
Wir stellen aber beim Betrachten der Beuten durch die Wärmebildkamera fest, dass nicht alle Beutentypen sich gleich verhalten. Bei den Holzbeuten ist die Bienentraube sehr gut ersichtlich. Wir haben noch einige Nicot-Kunstoffbeuten im Einsatz. Bei diesen ist zwar der Wärmeunterschied zum Aussenbereich darstellbar, die Bienentraube zeigt sich aber nie so genau wie bei den Holzbeuten (Dadant Blatt nach Bruder Adam). Wir nehmen an, dass die Wärmeverteilung durch die doppelwandigen Kunstoffbeuten gegen Aussen anders dargestellt wird.
Die Grösse der Wintertraube lässt sich nach unseren ersten Erkenntnissen mit der Kamera aber nicht genau feststellen. Hierzu hätten wir die Völker für den Versuch auch öffnen müssen um sie mit den Aufnahmen verleichen zu können. Dies haben wir den Bienen zu liebe aber sein lassen.
Es war ein spannender Versuch das Natürliche der Imkerei und Bienenhaltung mit der neuen Technik zu Verbinden und somit für uns beruhigende Erkenntnisse festzustellen. Denn es scheint, dass zum Zeitpunkt des Versuches, noch fast alle Bienenvölker am Leben sind. Der Winter dauert aber noch eine Weile aber wir hoffen auf wenige Winterverluste.
Nachfolgend noch einige Bilder und ein Video unserer hochmodernen Winterkontrolle:)