Einleitung

Infolge Zeitmangel haben wir diesen Artikel leider erst im Oktober erstellen können.

n diesem Jahr haben wir zum ersten Mal versucht mittels Zuchverfahren gezielt Königinnen zu züchten. In den ersten Jahren hatten wir unsere Völker durch Nachschaffen lassen oder mittels zugekaufter Königinnen verjüngt.

Im Zuge des besuchten Königinnenzuchtkurses war auch der richtige Zeitpunkt gekommen die Königinnenzucht in der Praxis auszuprobieren.

Wir haben uns für das direkte Verfahren entschieden. Die Gründe sind:

  • Keine Wartezeit von 9 Tagen
  • Kein Ausbrechen der vielen Weiselzellen, welche meistens weggeworfen werden.

 

Pflegevolk vorbereiten

Am 18.5.2014 haben wir uns aus einem Volk, welches durch eine Reinzuchtkönigin regiert wird, eine Wabe mit jüngster Brut als Zuchtstofflieferant geholt. Ein starkes!!, weiselloses Pflegevolk hatten wir bereits im Voraus hergerichtet. Dies bedeutet, dass wir die Königin aus diesem Volk entnommen haben und ausserdem Platz für den Zuchtrahmen geschaffen haben. Dazu wurde inmitten des Brutnestes die Wabengasse vergrössert, damit dort nach dem Umlaven direkt der Zuchtrahmen zugehängt werden kann. Zur Sicherheit ist es sehr empfehlenswert das Volk noch auf mögliche, vorhandene Weiselzellen zu untersuchen. Das Volk wurde wieder geschlossen und mit dem Umlarven kann begonnen werden.

Eigenschaften des Spendervolkes

Die Genetik des verwendeten Zuchtstoffes ist ausschlaggebend für optimale Zuchtergebnisse.

Folgend einige Eigenschaften aufgelistet, welche man beachten sollte:

  • Spendervolk sollte eine einwandfreie Gesundheit aufweisen
  • Geschlossenes Brutnest
  • Geringer Schwarmtrieb
  • Guter Putztrieb (z.b. sauberer Kastenboden)
  • Baufreudig
  • Ausgeglichenes Brut- Bienenverhältnis

Eigenschaften des Pflegevolkes

Natürlich werden auch an das Pflegevolk gewisse Anforderungen gestellt. Um eine gute Pflege zu gewährleisten sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Pflegevolk muss eine einwandfreie Gesundheit aufweisen
  • Grosse Volksstärke
  • Viel Futter
  • Zucht im weisellosen Volk, schwarmreif

Umlarven

Für das Umlarven wurde uns empfohlen den Chinesischen Umlarvlöffel zu benutzen. Diesen haben wir uns besorgt und dieser funktioniert auch sehr gut. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Spitze vor Gebrauch bereits leicht gebogen wird (Achtung in die richtige Richtung -> zum Abstreifer hin). Danach die Spitze leicht anfreuchten und seitlich durch den Futtersaft unter eine 1-3 tägige Larve (Mädlein) schieben. Mit etwas Übung bleibt die junge Larve in einem Teil Futtersaft auf der Spitze liegen. Es empiehlt sich wirklich nur die jüngsten Larven für die Zucht zu verwenden. Diese sind zwar schwerer umzularven, aber ergeben auch die besseren Königinnen. Diese Larve platzieren wir in einem Weiselnäpfchen. Dieses montieren wir an den bereits im Voraus befestigten Haltern an einem vorbereiteten Zuchtrahmen. Für den Zuchrahmen haben wir einen leeren Brurahmen mit einer Zwischenstrebe versehen (je eine Schraube auf beiden Seiten, somit bleibt die Strebe drehbar was das Anbringen der Käfige erleichtert. Wir verwenden für die Königinnenzucht das System der Firma Nicot.

Zuchtplan

So nun ist alles vorbereitet um die Zucht zu starten. Hier spielen die Anzahl Tage zwischen der einzelen Schritten (Verschulen, Schlupf) eine wichtige Rolle und müssen eingehalten werden. In dieser Tabelle sind die einzelnen Zuchtschritte erklärt und zeitlich abgebildet:

Königinnenzucht (Zuchtplan)

TagBeispiel DatumTätigkeitBeschreibung
01. MaiKönigin aus dem Pflegevolk entnehmen
Zuchtrahmen einhängen
Königin aus dem Volk entfernen und das Volk auf Weiselzellen untersuchen und ausbrechen. Wabengasse für den Zuchtrahmen vorbereiten.
Mit der Königin kann ein Ableger gebildet werden. Auch das Zwischenparken in einem Apidea Begattungskästchen ist möglich.
56. MaiKontrolleKontrolle ob Annahme der Zucht. Kontrolle auf mögliche, wilde Weiselzellen.
910. Mai1. Möglichkeit zum Käfigen der Königinnenzellen (inkl. 3-4 Begleitbienen)Am 9. Tag können die Zellen vorsichtig mit einem Käfig versehen werden. Wir haben auch die erste Möglichkeit genutzt die Zellen mit den Käfigen zu schützen.
1011. Mai2. Möglichkeit zum Käfigen der Königinnenzellen (inkl. 3-4 Begleitbienen)An diesem Tag ist letzte Eisenbahn. Um zu verhindern, dass die weiteren Zellen durch die erste geschlüpfte Königin geöffnet werden müssen am 10. Tag spätestens die Zellen verschult werden
1213. MaiSchlupftag der Königinnen!
Begattungskästchen abfüllen,
Kellerhaft
Tag der grossen Arbeit. Die Königinnen müssen aus den Käfigen befreit und in die vorbereitetetn Begattungskästli logiert werden. Es kann sehr gut vorkommnen, dass eine Königin noch nicht geschlüpft ist. In diesem Fall einfach die Zelle in das Kästchen einhängen. Eine Kontrolle mittels Durchleuchten gibt auch die Gewissheit, dass die Königin am Leben ist.
Danach werden diese Minieinheiten für 2-3 Tage in Kellerhaft genommen (Kühler, dunkler Keller). Nicht vergessen mittels Wassersprüher zeitweise in das Luftgitter zu sprühen!
1516. MaiAuffuhr Belegstation oder StandbegattungBegattungskästchen auf die Belegstation bringen oder für Standbegattung aufstellen. Vorher noch kontrollieren ob auch alle Königinnen in ihren Einheiten geschlüpft sind.

Optimale Zuchtbedingungen

Folgende Punkte sollten für eine gute Königinnenzucht beachtet werden:

  • Die Schwarmzeit ist die beste Zeit für die Königinnenzucht
  • Ausgeglichene Trachtverhältnisse
  • Grosse Anzahl an Pflegebienen
  • Gutes Wetter für die Begattungsflüge der Jungköniginnen

Zum Schluss noch einige Bilder aus der ersten Zuch. Leider wurden nur rund 7 von 18 Larven angezogen. Beim zweiten Versuch mit einem anderen Pflegevolk wurden hingegen dann fabelhafte 17 von 20 Zellen angezogen.