Einleitung

Dies ist ein überarbeiteter Artikel aus unserer Anfangszeit 2012

Heue war es nun soweit. Bei schönem Wetter und Temperaturen um die 18-19 Grad Celsius werden heute 3 unserer 5 Bienenvölker einer ersten Durchsicht unterzogen.

Von Beobachtungen am Flugloch haben wir uns bereits gedacht, dass im Innern alles in Ordnung sein sollte. Die Bienen verhalten sich äusserst friedlich und tragen Pollen in grossen Mengen ein. Ein gutes Zeichen, Polleneintrag zeigt auf Bruttätigkeit hin. Was aber genau Eier legt, Königin oder Afterweiseln, wird sich erst noch zeigen.

Überlegungen vor der Durchsicht eines Bienenvolkes

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Warum muss ich das Bienenvolk öffnen?

Es macht durchaus Sinn sich vor dem Öffnen eines Bienenvolkes zum Zweck der Durchsicht Gedanken über den Grund zu machen. Einfach um ein „ein bisschen zu schauen“ soll normalerweise ein Volk nicht geöffnet und Waben gezogen werden (Ausnahmen bestätigen die auch hier die Regel).
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Wie war die Entwicklung der zu bearbeitenden Bienen im Vorfeld?

Schaut vor der Durchsicht die letzten Notizen zu diesem Volk an. So weiss man, was einem erwarten könnte, wie erhöhte Aggressivität, schwarmtriebig usw.

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Welche Tätigkeiten wollen wir am Bienenvolk durchführen?

Auch hier, Vorbereitung ist die halbe Miete. Wollen wir die Königin zeichnen? Ja dann sollte der Stift, die Plättchen und das Zeichnungsgerät bereits beim Bienenstand parat liegen. Erleichtert das Arbeiten ungemein. Vor allem wenn man alleine die Durchsicht an den Bienen durchführt.

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Was für Probleme könnten auftreten?

Probleme, oder nennen wir sie einmal Herausforderungen, treten in der Imkerei immer wieder auf. Sei es ein Königinnenverlust, mögliche Krankheiten oder auch einfach zu wenig Platz für die Bienen = Material am Stand. Es macht Sinn sich vor dem Öffnen der Beuten Gedanken über mögliche Probleme zu machen.

Für uns ist es die erste Durchsicht nach einem Winter und wir waren gespannt wie unsere Völker die vergangenen Monate überstanden haben. Bis kurze Fluglochbeobachtungen und der jährlichen Winterbehandlung mit Oxalsäure haben wir nichts an den Völkern hantiert.

Mit der ersten Durchsicht wollen wir folgende Fragen beantworten

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Sieht das Volk gesund aus?

Wie ist der Zustand des Bienenvolkes beim Öffnen. Gerne sehen wir bei der ersten Durchsicht nach der Winterruhe ein vitales und starkes Volk. Lasst Euch aber nicht vom ersten Blick in die Beute nach dem Öffnen des Deckels täuschen. Die Bienentraube kann auch weit unten hängen 🙂

Seht Euch die auch die Brut genau an. Krankheiten sind dort gut zu erkennen!

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Hat das Bienenvolk eine Königin (ist es weiselrichtig)?

Sehr wichtig nach der Winterruhe! Seht ihr die Königin ist bereits viel in Ordnung. Findet ihr die Königin nicht, es ist aber trotzdem Brut vorhanden schaut genau in die Zellen. Sind diese mehrfach bestiftet (viele Eier in einer Zelle) könnten auch Afterweiseln am Werk sein und das Volk ist drohnenbrütig. Dann sollte das Volk aufgelöst werden.

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Haben die Bienen noch genügend Futter?

In der frühen Jahreszeit kann es gerne nochmals ungemütliches Wetter geben. Sind die Bienen bereits gut in der Brut und haben keine Möglichkeit Futter zu beschaffen, kann ein Volk verhungern. Darum bei der Durchsicht auch immer die Futterreserven vom Bienenvolk im Auge behalten.

Wenig Futter? Futterteig selber herstellen – Anleitung

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Wie ist der Zustand der Bienenbeute und der Waben?

Bei der ersten Durchsicht sehen wir alle Waben durch. So können wir verschimmelte oder defekte Waben direkt aussortieren. Bei Dadant Beuten setzten gerne die äusseren Waben Schimmel an. Auch wird der Beutenboden kontrolliert. Ist er sauber oder noch voll mit toten Bienen? Bei starker Verschmutzung tauschen wir den Beutenboden direkt gegen einen gereinigten. So können die schmutzigen Böden im Nachgang in Ruhe gereinigt werden.
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Eingengen nötig? Zu viele Waben?

Wir engen bei unseren Dadant Beuten die Bienenvölker bei der ersten Durchsicht bereits ein. Dies bedeutet, dass wir nicht benötigte Waben entfernen und die Bienentraube „enger“ in der Beute sitzt. Auf wie viele Waben eingeengt wird kann nicht pauschal gesagt werden. Es ist von der Volksstärke abhängig. Im Durchschnitt engen wir unsere Völker zu Beginn auf 4-6 Waben ein. Wir entfernen nur Waben von aussen die meistens leer sind (Futterwaben bzw. Altwaben). Das Brutnest wird so wenig wie möglich gestört. Kein Umstellen von Brutwaben und andere Experimente. Die Bienen danken es Euch in der frühen Jahreszeit. Als Abschluss kommt das Trennschied an die letzte Wabe.

Kurzbericht unserer ersten Durchsicht mit Bilder (Jahr 2012 – Beginn unserer Imkerei)

Überaus erfreut konnten wir feststellen, dass alle drei Völker Brut in allen Stadien aufweisen. Auch das Lager der reichlich eingetragenen gelben frischen Pollen konnten wir gut erkennen. Leider konnten wir bei der Durchsicht nur bei einem Volk die Königin entdecken. Bei den anderen zwei Völkern ist uns die Königin nicht unter die Augen gekommen. Da aber genügend schöne Brut vorhanden ist, wollten wir die Völker auch nicht unnötig mit einer Königin-Suchaktion stören.

Die Völker werden nach ihrer Volksstärke beurteilt und die einzelnen Waben zur Kontrolle kurz gezogen. Einige Randwaben hatten über den Winter etwas Schimmel angesetzt und werden entnommen

Futter haben alle Völker noch genügend. Wir fragen uns sogar ob es bei einigen nicht sogar etwas zu viel Futter ist und das Ausdehnen der Brut beeinträchtigt sein könnte. Wir behalten die Entwicklung aber stetig im Auge. Kalte Tage sind immer noch möglich. Somit sind genügend Futterreserven sicherlich nicht falsch.

Nächste Schritte

In einem nächsten Schritt haben wir einen Baurahmen (Drohnenrahmen) an das Brutnest der Völker gehängt. Dieser wird durch die Bienen mit Drohnenbau ausgebaut und kann nach der Verdeckelung ausgeschnitten werden. Mit dieser Massnahme soll sich die Varroamilbe und deren Vermehrung etwas unterdrückt werden. Drohnenbrut enthält viel mehr Varroamilben als Arbeiterinnenbrut. Wir sind gespannt und werden dies genau verfolgen.

Nach diesen Tätigkeiten und zwischenzeitlicher Reinigung der Futterzargen und Beutendeckel, können die Völker wieder verschlossen und die Arbeiten beendet werden.

Nach Durchsicht dieser drei Völker können wir nun sagen, dass alle drei den Winter überlebt haben uns sich nach unserer Einschätzung sehr gut entwickeln.