Zu wenig Futter im Frühjahr? – Futterteig auflegen kann helfen!

23. Februar 2020

Einleitung – Futterteig auflegen

In diesem Jahr mussten wir aufgrund der eher prekären Futtersituation im Frühjahr bei einigen Völkern Futterteig auflegen. Denn einige haben über die letzten Montage infolge der warmen Witterung kontinuierlich Futter verbraucht. Es scheint so als ob bei einigen Völkern gar nie eine richtige Winterruhe mit ausgedehntem Brutstopp eingekehrt ist. Somit haben nun einige Völker zu wenig Futter und wir mussten handeln.

Temperatur für die Fütterung

Da die Temperaturen in den letzten Wochen sehr moderat gewesen sind müssten die Bienen den Futterteig gut annehmen. Bei zu tiefen Temperaturen ist eine Annahme nicht immer gewährleistet. Je näher das Futter am Bienensitz platziert werden kann je eher nehmen die Bienen das Futter auch bei tieferen Temperaturen. Gute Erfahrungen haben wir mit 5 Grad aufwärts mit der Notfütterung gehabt. Wir reden hier von Futterteig. Es gibt auch Methoden die bei tieferen Temperaturen helfen. Dazu mehr im nächsten Abschnitt.

Mit was am besten Füttern?

Es bieten sich diverse Methoden an um bei Futtermangel im Frühjahr den Bienenvölkern etwas Gutes zu tun. Drei weit verbreitete Arten Futter zu verabreichen erklären wir hier kurz:

Futterwabe

Die aus unserer Sicht beste Möglichkeit um bei akutem Futtermangel den Bienen zu helfen.

Eine Futterwabe direkt an das Brutnest kann das Volk in vielen Fällen retten. Das Einhängen kann bei Dadant Beuten auch sehr gut bei tieferen Temperaturen erfolgen. Die Waben ritzen wir zudem etwas an. Danach Wabe für Wabe etwas nach hinten schieben bis zum Bienensitz. Dort die Futterwabe einhängen, ohne das Bienenvolk gross zu stören.

Futtersirup

Dieser wird gut angenommen direkt aus dem ZipLock Beutel und noch warm abgefüllt. Am besten den Beuten mit einer Nadel einige Male anstechen und direkt auf die Rähmchen auflegen. Darauf achten, dass nicht zu viel Futtersirup ausläuft und die Bienen verkleben!

Futtersirup direkt im Fütterer verabreicht, wird bei etwas niedrigen Temperaturen nur noch sehr schleppend aufgenommen. Dies sind aber nur die Erfahrungen mit Fütterer mit zentralem Aufstieg und die Nicot – Fütterer.

Futterteig

Unsere bevorzugte Methode. Futterteig lässt sich einfach selbst herstellen. Ist gut lagerbar und einfach in der Handhabung. Futterwaben (aus nicht bebrüteten Waben) sind ausserdem oft Mangelware.

Nachfolgend einige Möglichkeiten wie ihr einfach Futterteig auflegt.

Direkt im Fütterer platzieren

Diese Art Futterteig aufzulegen ist sehr schnell und einfach. Den Sack mit dem vorbereiteten Futterteig öffnen und direkt beim Aufstieg des Fütterers platzieren.

Der Futterteig bleibt dadurch frisch und trocknet nicht aus.

Achtung: Bei ganz tiefen Temperaturen funktioniert diese Methode nicht. Die Bienen holen euch das Futter nicht mehr!

Direkt auf die Rähmchen

Bei diesem Vorgehen wird es etwas aufwändiger. Der Fütterer muss runter. Den Beutel mit dem Futterteig gut auf der Unterseite aufschneiden und direkt auf die Rähmchen legen. Oft muss danach der Fütterer oder Zwischendeckel gedreht werden, da ansonsten zu wenig Platz zur Verfügung steht. Am besten den Teig so flach drücken, dass die Beute wieder normal geschlossen werden kann.

Bei dieser Methode nehmen euch die Bienen auch bei tieferen Temperaturen noch Futter ab, da es nahe am Bienensitz liegt.

Nicot Fütterer

Bei den Nicot Fütterer können die Plastikabdeckungen entfernt werden. in die Hohlräume können bis zu 500 Gramm Futterteig platziert werden.

Vorteil: Das Volk muss nicht geöffnet werden. Wir decken den Futterteig noch von oben um ein Austrocknen zu verhindern

Bei den Nicot Fütterer können auch die vorbereiteten Löcher genutzt werden. Den Futterteig darüber platzieren. Leider sind diese Löcher etwas klein.